LOEWE Zentrum für
Insektenbiotechnologie
& Bioressourcen

Warum Blattläuse wie Kühe sind und was man von Mehlkäfern lernen kann

Vorschulgruppe des Familienzentrums Schlangenzahl besucht das LOEWE-Zentrum „Insektenbiotechnologie und Bioressourcen“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen

Insekten sind die erfolgreichsten Tiere der Erde  –  wie sie das anstellen, und wie man die Strategien der Insekten auch für die Menschen nutzbar machen kann, erforschen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im LOEWE-Zentrum für Insektenbiotechnologie und Bioressourcen (ZIB) an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). Einen Einblick in ihre Arbeit und die spannende Welt der Insekten gaben die Forscherinnen und Forscher am vergangenen Donnerstag 15 Vorschulkindern aus dem „ Großen-Treff “  des Familienzentrums Schlangenzahl in Gießen. Unter Anleitung von Dr. Torsten Will und Dr. Gerrit Joop, beide aus der AG Angewandte Entomologie von Prof. Dr. Andreas Vilcinskas, besichtigten die Kinder Labore, durften Insekten durchs Mikroskop betrachten und erfuhren viel über Blattläuse, Mehlkäfer, Fauchschaben und Kleidermotten.

So lernten die Kinder, dass Blattläuse natürlich keine Kühe sind, aber von Ameisen und Bienen gemolken werden. Der Honigtau, der von diesen Insekten als Nahrung genutzt wird und aus dem Bienen auch Waldhonig herstellen, bildet einen klebrigen Film auf der Pflanze, den die Kinder erfühlen konnten. Den kleinen Besucherinnen und Besuchern wurde darüber hinaus erklärt, dass Blattläuse z.B. Bohnenpflanzen schädigen, indem sie während der Nahrungsaufnahme Speichel in die Pflanze abgegeben. Wie der Blattlausspeichel der Pflanze schadet, erforscht Dr. Torsten Will. Dass Marienkäfer gut gegen Blattläuse sind, war den Kindern schnell klar. Dass aber der asiatische Marienkäfer als sogenannte „ invasive Spezies“ ein Problemtier ist, da er heimische Arten verdrängt, überraschte die jungen Gäste.

Mehlkäfer findet man ab und an in den Mehlvorräten daheim  –  kein Grund zur Freude, denn die Käfer stinken und das Mehl schmeckt nicht mehr. Aber genau diese Aspekte sind das, was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Nachwuchsgruppe von Dr. Joop spannend finden. Mehlkäfer können mit ihren Ausscheidungen ihre Umwelt relativ frei von Mikroben halten und bewirken, dass das Mehl oder Getreide beispielsweise nicht verschimmelt. Die Forscherinnen und Forscher untersuchen, was diese Ausscheidungen enthalten und wie die Käfer sie anwenden. Dabei ist die langfristige Frage, ob auch wir diese oder ähnliche Substanzen und Strategien ebenfalls nutzen können.

Weiterhin konnten die jungen Gäste Kleidermotten und madagassische Fauchschaben erleben. Kleidermotten ernähren sich von Federn und Wolle  –  was die Forscherinnen und Forscher im ZIB zu der Frage führt, wie die Motten das eigentlich machen. Und Fauchschaben können mit ihren auffällig langen Antennen noch Substanzen wahrnehmen, die selbst für eine Hundenase kaum mehr zu unterscheiden sind. Zum Abschied gab es für alle Kinder Bohnen-Saat. So können sie im heimischen Garten oder auf dem Balkon selber beobachten, ob Blattläuse kommen und Marienkäfer und ihre Larven diese dann auffressen.

  • Weitere Informationen

http://insekten-biotechnologie.de/

  • Kontakt

Dr. Torsten Will und Dr. Gerrit Joop
AG Angewandte Entomologie
LOEWE-Zentrum für Insektenbiotechnologie und Bioressourcen an der Justus-Liebig-Universität Gießen